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Fed erhöht erneut den Leitzins: Was bedeutet das für die Bauzinsen in Deutschland?

Lübeck, 15.12.2016

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve Bank (Fed) hat in ihrer Sitzung am 14.12.2016 den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Es handelt sich um die zweite Erhöhung seit Dezember 2015. Die EZB hat den Leitzins dagegen bei 0,00 Prozent belassen. Gleichzeitig sind die Bauzinsen hierzulande seit Oktober leicht angestiegen. Daran schließen sich die Fragen an: Was hat den Anstieg ausgelöst, und wie wird es in 2017 weitergehen? In diesem Artikel wollen wir die aktuellen Entwicklungen für Käufer oder Immobilienbesitzer einordnen.

Das Vorgehen der Fed 2016: zurückhaltender als erwartet

Aufgrund einer insgesamt positiven Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft hatte die Fed bereits im Dezember 2015 zum ersten Mal seit neun Jahren den Leitzins angehoben, um einen Viertelpunkt. Sie befanden sich damit auf einem Niveau von 0,25 bis 0,5 Prozent. Damit läutete sie die Zinswende ein, und bereits damals hieß es, ihre Entscheidung könne leicht steigende Zinsen im Euroraum nach sich ziehen.

Ursprünglich gingen Experten davon aus, dass die US-Notenbank in 2016 insgesamt vier weitere Erhöhungen vornehmen würde. Das ist nicht eingetroffen. Gründe für ihre Zurückhaltung waren die weltweit hohe Dollarverschuldung und die Tatsache, dass die Beschäftigungsquote in den USA verhältnismäßig niedrig blieb.

Nun sendete sie erst ein Jahr später mit der zweiten Leitzinserhöhung auf eine Bandbreite von 0,5 bis 0,75 Prozent einen erneuten Impuls Richtung Europa.

Wie wird die EZB reagieren?

In den vergangenen Jahren hat sich die EZB meist mit mehrmonatiger Zeitverzögerung an die Fed angepasst. Diesen Trend hat sie nach der ersten Erhöhung durch die Fed im Dezember 2015 beendet und im April 2016 genau entgegen gesetzt gehandelt, indem sie den Leitzins von 0,05 auf 0,00 Prozent herab setzte. Wie kam es dazu? Die EZB wägt ab: Durch die Leitzinserhöhung werden Geldanlagen im Dollar-Währungsraum zwar attraktiver, sodass Kapital aus der Eurozone dorthin abwandert. Trotzdem macht die EZB ihre Entscheidung in erster Linie von der wirtschaftlichen Lage in Europa abhängig. Die Situation am Arbeitsmarkt gilt auch hierzulande als wichtiger Wegweiser für Notenbankentscheidungen und bildet ein bedeutendes Gegengewicht zum Impuls aus den USA. Im Augenblick spricht wenig dafür, dass die EZB den Leitzins in Kürze erhöht. Zwar ist die Anzahl neuer Jobs innerhalb der EU gestiegen, die Arbeitslosenquote hat sich dadurch jedoch kaum verringert. 

Warum sind die Bauzinsen hierzulande gestiegen?

Da die Notenbanken Änderungen am Leitzins meist schon im Vorfeld ankündigen, stellt sich der Kapitalmarkt schon einige Zeit vorher darauf ein. Genau das ist vor der Fed-Leitzinserhöhung geschehen. Gleichzeitig hatten auch die politischen Geschehnisse in den USA mit dem Sieg Donald Trumps bei den Präsidentschaftswahlen Auswirkungen auf die Zinsen.

So sind die Zinsen für Baukredite mit zehnjähriger Zinsbindung ab Oktober von 0,68 auf 0,95 Prozent gestiegen (Stand: 06.12.2016).  Der Euro geriet unter Druck, die Nachfrage nach europäischen Staatsanleihen sank, wodurch ihre Kurse fielen und ihre Zinsen anzogen. Die deutschen Staatsanleihen beeinflussen die Baufinanzierungszinsen ganz direkt: Steigen die Zinsen der Staatsanleihen, steigen die Zinsen für Pfandbriefe, mit denen Banken ihre Baufinanzierungen refinanzieren, und die gestiegenen Refinanzierungskosten geben sie normalerweise an die Kunden in Form von höheren Bauzinsen weiter. Den genauen Ablauf erklärt unser Artikel über den EZB-Leitzins und die Baufinanzierungszinsen.

Zu den Entwicklungen in den USA kam hinzu: Anfang Dezember kündigte die EZB an, ihr Anleihekaufprogramm zwar zu verlängern, das Kaufvolumen ab April 2017 aber von 80 Milliarden auf 60 Milliarden monatlich herabzusetzen. Auch dies setzte die Staatsanleihen unter Druck und sorgte für einen weiteren Anstieg der Bauzinsen.

Was raten wir Hauskäufern und Immobilienbesitzern?

Für Hauskäufer gibt es keinen Grund, nach den letzten Notenbankentscheidungen in Aktionismus zu verfallen. Man muss die aktuelle Entwicklung in Relation betrachten: Noch vor vier bis fünf Jahren lag das Zinsniveau für Kredite mit zehnjähriger Zinsbindung noch zwischen 3,00 und 3,50 Prozent pro Jahr. Sollten die Zinsen, die aktuell bei 0,95 Prozent liegen, in 2017 um wenige Prozentpunkte steigen, befinden sie sich immer noch auf einem historisch niedrigen Niveau. 

Das bedeutet: Sie können Ihre Baufinanzierung im kommenden Jahr gelassen angehen. Denselben Rat geben wir auch allen, die eine Anschlussfinanzierung planen. Das niedrige Zinsniveau hat für Sie aber einen besonderen Vorteil: Sie können schon jetzt auf Nummer sicher gehen. Mit einem Forward Darlehen reservieren Sie sich die heutigen Zinsen für einen späteren Zeitpunkt – damit liegen Sie derzeit immer richtig. Übrigens bietet Dr. Klein Ihnen längere Vorlaufzeiten als gewöhnlich: Bei uns können Sie Ihre Anschlussfinanzierung bis zu fünfeinhalb Jahre im Voraus in trockene Tücher bringen.

Sie sind sich noch nicht sicher, wie es weitergehen soll? Unsere Berater vor Ort beantworten jederzeit Ihre Fragen zur aktuellen Lage.

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