In der vergangenen Woche gab die Europäische Zentralbank (EZB) bekannt, dass sie im Kampf gegen die Schuldenkrise und zur Abwehr eines Angriffs auf den Euro Staatsanleihen von Euro-Ländern kaufen wird. Mit dem Erwerb der Papiere am Sekundärmarkt begannen die Notenbanken der Euro-Mitgliedstaaten sofort. Laut Jean-Claude Trichet, Präsident der EZB, dient der Ankauf dazu, die normale Währungspolitik funktionsfähig zu halten. Selbst auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008/2009 lehnte die EZB Vorschläge zum Ankauf von Staatsanleihen ab. Doch als die Euro-Zone nun fast kippte und eine neue systemische Krise drohte, entschloss die EZB sich zu diesem Schritt. Bundesbankchef Axel Weber warnte nach dem historischen Votum der EZB für den Ankauf von Staatsanleihen, dass der Ankauf erhebliche stabilitätspolitische Risiken berge. Auch die Sorge um den Euro heilige nicht alle Mittel. Außerdem sorgt er sich, dass die Trennung von Fiskal- und Geldpolitik verwischt und der Ruf der EZB als Garant stabiler Preise leidet.
Derweil schränkt die riesige Last an Schulden die Handlungsfähigkeit der Euro-Länder ein. Ein wirksames Mittel, um die aufgelaufenen Defizite zu entwerten ist Inflation. Durch die Entscheidung, Staatsanleihen anzukaufen, hat die EZB dieser Möglichkeit zwar Vorschub geleistet, doch zulassen wollen die Notenbanker mehr Inflation keinesfalls. EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark erklärte, dass die Entscheidung, Staatsanleihen zu kaufen nur dann ein Risiko sei, wenn die Liquidität daraus nicht wieder eingesammelt werde, das werde die EZB aber tun. Für eine überschaubare Zeit sehe er keine Inflationsgefahr. Zudem warnte er davor, mehr Inflation zuzulassen. Da sie schwer wieder unter Kontrolle zu bekommen sei, müsse man den Anfängen wehren, so Stark. Mit der EZB werde es keinen Schuldenabbau über die Notenpresse der Zentralbank und damit auch keine höhere Inflation geben.
Die momentane Situation könnte für Immobilienkäufer und Bauherren nicht besser sein, denn das Baugeld ist so günstig wie nie. Bei der Auswahl der passenden Finanzierung kommt es unter anderem auf die Wahl der richtigen Zinsbindung an. Je kürzer die Zinsbindung, desto niedriger in der Regel auch der Darlehenszins. Vor allem Darlehen mit einer kurzfristigen Zinsbindung bis zu fünf Jahre sind aktuell besonders günstig. Doch so eine Finanzierung kann richtig teuer werden, wenn der Kredit nach fünf Jahren nicht komplett getilgt ist und eine Anschlussfinanzierung benötigt wird. Die Anschlussfinanzierung verteuert sich erheblich, falls die Zinsen bis dahin wieder deutlich über ihr aktuelles Niveau steigen – und davon ist mit großer Wahrscheinlichkeit auszugehen. Daher raten wir in der aktuellen Zinsphase zu längeren Zinsbindungen. Darlehen mit einer Zinsbindung von 25 oder sogar 30 Jahren sind aktuell sehr günstig – unsere Finanzierungsexperten beraten Sie gerne.
Tendenz Kurzfristig: schwankend Langfristig: steigend |