Seit eineinhalb Jahren hat die USA mit einer schweren Rezession zu kämpfen. Doch nach dem jüngsten regionalen Konjunkturbericht der US-Notenbank (FED) stabilisiert sich die größte Volkswirtschaft der Welt zusehends. In den meisten der zwölf FED-Bezirke hat sich der Abschwung verlangsamt oder begonnen sich zu stabilisieren. Auch der wichtige Immobilienmarkt zeige in vielen Regionen Anzeichen einer Besserung der Lage, während der Einzelhandel dagegen immer noch schleppend verlaufe. Allerdings haben die meisten Bezirke weiterhin mit extrem schwachen Arbeitsmärkten zu kämpfen, von denen praktisch kein Lohndruck ausgehe. Die US-Arbeitslosenquote lag im Juni bei 9,5 Prozent. Dies ist der höchste Stand seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Die Notenbank erwartet zudem einen weiteren Anstieg der Arbeitslosenquote auf mehr als zehn Prozent.
Nach Einschätzung des FED-Mitglieds Charles Plosser muss die Notenbank trotz dieser hohen Arbeitslosenquote aufgrund der Inflationsgefahr voraussichtlich bald die Leitzinsen heraufsetzen. Kurzfristig sieht er zwar keine Inflationsgefahren, aber Ende 2010 oder 2011 könnte es zu einem beschleunigten Preisauftrieb kommen. Auch Ben Bernanke, Präsident der FED, will alle Inflationserwartungen im Keim ersticken. Zwar will er die großzügige Geldpolitik vorerst fortführen, aber nicht um jeden Preis. Wenn die Erholung in Gang komme, müsse der bisherige Kurs korrigiert werden um eine Inflation zu vermeiden.
Seit Ausbruch der Krise hat die Federal Reserve Billionen Dollar in die Wirtschaft gepumpt. Die Leitzinsen wurden auf praktisch null gesenkt. Außerdem vergab sie kurzfristige Kredite in hohem Maße und kaufte Wertpapiere, unter anderem US-Staatsanleihen. Um die Geldschwemme langsam zu reduzieren gibt es laut Bernanke mehrere Möglichkeiten für die FED: Die Notenbank kann die Zinsen erhöhen, die Geschäftsbanken für Einlagen bei der FED erhalten, wodurch die Banken weniger Kredite vergeben und Ihr Geld bei der FED parken. Außerdem könne sie mit Banken Rückkaufverträge über Wertpapiere abschließen. Hier veräußert die Notenbank Papiere und erklärt sich gleichzeitig bereit, sie nach einer Frist zurückzunehmen. Liquidität kann so dosiert abgeschöpft werden. Eine Anhebung der Leitzinsen halten dagegen die meisten Ökonomen vorerst für nicht realistisch. Sie erwarten, dass der US-Leitzins noch bis mindestens Ende 2010 nahe null bleiben wird. Bei den Baugeldzinsen setzt sich die Entwicklung der letzten Wochen fort: Es sind deutliche Schwankungen zu spüren, manchmal sogar von bis zu zwanzig Basispunkten in einem Zeitraum von zwei Wochen. Doch die allgemeine Tendenz ist weiterhin nach oben gerichtet. Baugeldinteressenten auf der Suche nach günstigen Zinsen sollten also nicht zu lange zögern, sondern sich die jetzigen Konditionen sichern. In Verbindung mit einem Darlehen der KfW kann eine Finanzierung oft noch weiter optimiert werden. Nennen Sie uns Ihre Wünsche für Ihre Finanzierung – Wir beraten Sie gerne!
Tendenz Kurzfristig: schwankend Langfristig: steigend |